Über das Containern.

Zum ersten Mal habe ich diese Form der Essensbeschaffung vor ein paar Jahren kennengelernt. Damals dachte ich: „Oh Mann, das muss doch nicht sein. Eklig.“ In dem Artikel den ich damals las, wurden Bilder gezeigt, auf denen Typen mit Dreads in Containern herumgestiegen sind. Heute kenne ich es anders. Und ich habe mir eigene Gedanken darüber gemacht. Da ich jetzt schon ein paar Mal auf Tour war, kann ich auf etwas Erfahrung zurückgreifen. Meistens sind bei uns „Dumpster-Diver“ Studenten, die alle möglichen Fächer studieren, und um die 21-25 Jahre alt sind. Aber das ist die Lage in meiner Region, wer sonst so auf Tour geht, lässt sich im Container-Forum nachlesen. Wir machen immer die gleiche Tour, die sich bei uns etabliert hat, in kleineren Gruppen oder zu zweit. Fundstücke waren bisher sehr vielfältig. Von haufenweise Süßigkeiten bis zur Obst – und Gemüseschwemme. Probleme gab es bisher Gott sei Dank nur kleinere z.B. neugierige Nachbarn oder belustigte Polizisten („ah, ihr holt die Lebensmittel, die noch essbar sind raus? Das dürft ihr!“). Häufig war es ein guter Erfolg, manchmal aber auch echt eklig.

Was sind also die Überzeugungen oder Argumente?

Hier eine kleine Sammlung:
Wir wollen eine repräsentative Gruppe für unsere Region darstellen, die auch im (sehr bekannten) Forum ansprechbar ist.
Durch das Containern kauft man weniger ein. Dies ist vor allem praktisch wenn man sonst vegan einkauft, weil man so den Lebensmittelmarkt der Milchprodukte nicht unterstützt.
Es ist unvorstellbar, wie viele gute Lebensmittel weggeworfen werden.
Natürlich würde dieses System der „Lebensmittelrettung“ nicht funktionieren, wenn es jeder machen würde, weil dann die Läden alle Tonnen absperren würden.

Das Forum und die Containergruppen tragen dazu bei, dass in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die riesige Verschwendung aufgebaut und die Augen dafür geöffnet werden, wie es wirklich läuft. Was letztendlich mit unserem Überschuss passiert.

Das Containern ist also ein Einblick in die Funktionsweise unseres Konsums und der Lebensmittelverschwendung.
Sonst bekommt man ja kaum mit, was mit den ganzen Resten im Supermarkt täglich passiert.

Ich bin überzeugt davon, dass wir eine Verantwortung für unsere Ressourcen und von Gott anvertrauten Gütern haben. Auch deswegen ist das „Lebensmittelretten“ keine komplett egoistische Handlungsweise, (sicherlich hat jeder von uns sein eigenes Paket aus Überzeugungen und Motivation) sondern ein Protest, eine Möglichkeit der Verschwendung entgegenzuwirken.

Toll ist es, wenn man dann auch andere über dieses Thema informiert, aufklärt und Rede und Antwort steht. Damit immer mehr darüber nachdenken, was und wie man kauft, was man wegwirft (obwohl es noch essbar war) und ob ein Apfel wirklich perfekt aussehen muss, damit ich ihn kaufe.

Gastbeitrag geschrieben von: Molly Malone

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