Konsum auf Kosten von Küken

Warum ernähren sich einige Menschen aus dem Müll anderer? Nicht etwa, weil sie nicht das Geld haben, sich selbst etwas zu kaufen… Nein! Sogenannte Freeganer durchsuchen den Abfall Fremder und ernähren sich davon, um auf die Probleme in unserer Wegwerfgesellschaft aufmerksam zu machen. Auch wenn es längst kein Geheimnis ist, dass wir durch unseren Konsum zur Umweltverschmutzung und zur Tierquälerei beitragen, sind sich viele Menschen nicht bewusst, welche Ausmaße ihr Kaufverhalten wirklich hat. Kaum einer weiß, dass jeder Deutsche im Jahr 2007 im Durchschnitt 564 kg Müll erzeugt hat. Und es wird immer mehr.

Noch entsetzlicher als die Problematik Müll ist allerdings die Tierquälerei, die dank unserer Wirtschaft mehr und mehr geduldet wird. Eines der oft diskutierten Themen hierfür sind Massentierhaltungen, wie beispielsweise Hennen in Legebatterien. Nicht viel mehr als ein A4-Blatt Platz und nur künstliches Licht sind der Alltag von solchen Hochleistungshennen, die über 300 Eier im Jahr legen sollen. Doch wer denkt, dass es diesen Hühnern am schlechtesten geht, der irrt sich! Die großen Verlierer in der Hühnerzucht sind nämlich die Männchen. Da sie keine Eier legen können, werden sie bereits wenige Stunden nach ihrer Geburt getötet. Laut statistischem Bundesamt, überleben jährlich über 45 Millionen männliche Küken den ersten Lebenstag nicht, indem sie in riesigen Maschinen vergast oder geschreddert werden. Das sogenannte „Sexen“, die Geschlechtsbestimmung von Küken in der Eier- und Geflügelproduktion und die darauf folgende Tötung der unrentablen Tiere aus wirtschaftlichen Gründen, verstößt eindeutig gegen das Tierschutzgesetz, doch diese Vorgehensweise wird in Deutschland und vielen anderen Ländern der EU dennoch geduldet.

Um auf solche Missstände aufmerksam zu machen, versuchen Freeganer, mit ihrem alternativen Verhalten, ihre Mitmenschen zum Umdenken zu bewegen. Natürlich muss man sich nicht gleich kopfüber in einen Container stürzen und im Müll wühlen. Aber ohne Menschen, die containern, würden wir vielleicht gar nicht erst auf die Idee kommen, dass es in Deutschland so eine grauenvolle Art der Tierquälerei gibt.


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