Phänomen der Franken oder aller Deutschen?

Die meisten Einwohner Deutschlands wissen es nicht, aber inoffiziell haben wir natürlich nicht 16 sondern 17 Bundesländer. Noch nicht einmal viele Bayern wissen, dass ein gutes Stück ihres Freistates unabhängig vom Rest ist, aber er ist es natürlich: Das Bundesland Franken mit der rot-weißen Flagge und den schlecht gelauntesten Menschen Deutschlands. Man möchte meinen, das sei ein Image das schnellstmöglich aufpolliert gehört, nicht jedoch für die Franken die sogar stolz darauf sind die unfreundlichsten Kellner und die ruppigsten Mitarbeiter zu besitzen.

Ich als Neu-Fränkin habe diese Gepflogenheiten mittlerweile akzeptiert, aber beim Containern könnte mir immer wieder die Hundschnur platzen. Meiner Gruppe und mir ist es sage und schreibe in den letzten drei Malen hintereinander gelungen von einem Passanten beleidigt zu werden, obwohl wir bei den entlegensten Containern waren die im Zentrum einer Großstadt möglich sind. Nicht dass wir ein Problem damit gehabt hätten für unsere Überzeugung einzustehen, nein, wir warteten nach einer viertel Stunde immernoch brav auf die Polizei welche uns von einer älteren Dame mit Hund angedroht und angeblich auch verständigt wurde. Die Frau ging weiter, die Polizei hatte wohl besseres zu tun. Jetzt bleibt für mich nur noch die Frage: Welchen Sinn macht es für diese Menschen uns anzubrüllen, zu beleidigen, mit der Polizei zu drohen und bevor diese kommt einfach wieder zu gehen? Dazu muss ich noch erwähnen, dass keiner dieser Menschen auch nur annähernd wissen konnte was wir da treiben und wohl auch kein Interesse hatten dies zu erfahren. Dabei waren wir doch so voller guter Begründungen und hätten diese Fremden gerne in eine langandauernde Diskussion zum Thema “Essensverschwendung/-entwertung” gezogen. Wir waren ausgesprochen höflich und trotzdem war die einzige Antwort die wir von den Vieren erhielten: “Egal was ihr da tut, ihr seid auf fremden Grundstücken, das ist verboten!”

Da beginnt man sich doch zu recht zu fragen, ob solche Menschen (Franken oder alle Deutschen) nur aus eigenem Genuss heraus handeln. Wenn es solchen Menschen weder egal ist, ob wir beim nächsten Supermarkt um die Ecke weiter machen, noch ob wir auf die Polizei warten, oder ob wir vielleicht sogar ne gute Begründung haben da rumzustreunern (Ausgerissener Hund usw.), kann es sich doch fast nur noch um Eigennützigkeit handelt. Doch in welcher Gesellschaft müssen wir heutzutge leben, wenn es der Spaß von Menschen ist andere zu schikanieren und anzuschreien nur, weil sie sich aus gegebenen Gründen vielleicht einbilden das recht dazu zu haben? Verbitterung scheint in Deutschland vor allem in den älteren Generationen Gang und Gäbe zu sein und es besteht wohl auch kein großes Interesse daran Neues kennen zu lernen.

Nehmt es mir nicht übel, aber in einer solchen Gesellschaft möchte ich nicht leben. Ich ziehe es deshalb vor früher oder später so gut es geht auszusteigen. Containern ist für mich einer der ersten Schritte hierfür und ich werde auch weiterhin versuchen mit unseren “Möchtegern-Gegnern” zu debattieren, auch wenn, nachdem sie uns beschimpf und angeschrien haben, einfach weitergehen!

Ich hoffe ich habe euch mit dieser Erzählung nicht allzusehr genervt!

liebe Grüße an alle Leser

Noelana

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7 Kommentare

  1. David sagt:

    Auch das Sicherheitsbedürfnis ist ein Bedürfnis. Ich frage mich was passiert wäre wenn ihr auf dieses eingegangen wärt? Keine Ahnung wie, aber interessant wärs gewesen :)

  2. Alex sagt:

    Ich glaube, der gemeine Franke ist sehr nett – solange man sich an die Regeln hält. Denn in Franken ist die Welt noch in Ordnung. Und diese Ordnung gilt es zu verteidigen mit dem Satz: Des derf ma fei net! Aus Prinzip. :-)

  3. Noelana sagt:

    Hey du,

    ich komme aus Mittelfranken und auch hier spürt man die fränkische Freundlichkeit!
    Das ist wahrscheinlich auch wieder Stadtbedingt…

    liebe Grüße

  4. Min sagt:

    Von welchem Teil Frankens reden wir denn? Da gibt es ja auch Unterschiede =) Ich komme aus Oberfranken und muss leider sagen, dass die Leute da doch schon etwas unfreundlicher sind ^^

  5. Evchen sagt:

    Ach, übel nehm ich das Dir, der Zugezogenen, bestimmt nicht :p
    Schön das Du Dich eingelebt hast. Mit der Zeit werden die Franken ja auch etwas zutraulicher. Irgendwie haben sie was von Kleintieren, von natur aus skeptisch, launisch, Abwehrhaltung – aber nach einer Gewöhnungszeit dann doch ganz knuffig.

    Nochmal zum eigentlichen Thema, ich finds traurig, das sich Menschen einer Diskussion oder einem Gespräch so einfach entziehen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber es ist eh verschwendete Liebesmüh – wer nichts hören will weigert sich tief drin zu verstehen. Da können die Argumente und Worte noch so einleuchtend sein. ):

  6. Noelana sagt:

    Natürlich war das von meiner Seite eher ein wenig als Witz zu verstehen! Ich fühle mich sehr wohl hier im Frankenland und möchte auch nicht mehr weg von hier ^^ und trotzdem bleib ich dabei, dass es die “fränkische (Un-)Freundlkichkeit! gibt! *lach*

    Nimm es mir nicht übel! *lach*

    liebe Grüße

  7. Evchen sagt:

    Beim ersten Absatz musste ich ja schmuntzeln. Es klingt komisch, ist aber tatsächlich so! Es gibt hier in der Mitte Deutschlands ein ordentliches Zugehörigkeitsgefühl zum fränkischen, das haben übrigends auch die Supermärkte entdeckt. Es gibt Marken wie Frankenland(von der Bayerischen Milchindustrie ein Ableger), und diverse andere als “fränkisch” oder “aus Franken” deklarierte Lebensmittel. Bei der Norma ist dieses Logo “Frisch aus Franken” genauso verbreitet wie beim Kupsch.
    Zur Unfreundlichkeit, na was soll man sagen, man ist hier derzeit etwas introvertiert, etwas fremdenscheu… aber hier in Würzburg ist es mir zum Beispiel noch nie passiert, das ich auf der Straße von Passanten angebrüllt wurde. Das kann wohl überall passieren, wenn man nur die “richtigen” Leute auf der Straße trifft ^^ Nicht denken, am besten nur die übliche von der Zeitung gebildete Meinung haben… Es ist verflucht traurig!
    Das hier die Menschen mit der schlechtesten Laune leben möchte ich zum Schluss nochmal ausdrücklich wiedersprechen. Es gibt auch etwas wie die urige fränkische Herzlichkeit, ich freue mich z.B. jedesmal auf den Plausch mit den Leuten auf dem Wochenmarkt, die ganz ohne mich zu kennen freundlich daher schwatzen.
    Neu-Fränkinen gibt es übrigends nicht. Bis in die 2te Generation gilt man als “Zugezogene” :p

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